Das Bronzezeithaus markiert die älteste Siedlung in der Marsch an der deutschen Nordseeküste aus der Zeit um 900 vor Christi Geburt. Mehrere tausend Besucher sehen sich jährlich in dem originalgetreuen Nachbau eines Bauernhauses aus der Bronzezeit um.
Im Jahr 1971 ließ das Wasserwirtschaftsamt nördlich von Rodenkirchen ein neues Sieltief ausbaggern, das seinen Ausgang beim großen Mündungsschöpfwerk am Weserdeich in Strohausen hat. Dabei wurden nördlich der Hahnenknooper Mühle Holzreste und Keramikscherben freigelegt. Mitarbeiter des Naturkundemuseums Oldenburg bargen die Funde und datierten sie in die jüngere Bronzezeit, also in die Zeit um 900 vor Christ Geburt ein.
Die 1974 hinzugezogenen Mitarbeiter vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven stellten durch Bohrungen in der Umgebung der Fundstelle außer den beiden durch die Baggerarbeiten zerstörten Hofstellen noch Teile mindestens eines weiteren Hauses fest. Für eine genauere Untersuchung fehlten zu der Zeit die finanziellen Mittel.
Erst 25 Jahre später konnte das NIhK mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DGF) mit einer Grabung beginnen, die von 1996 bis 2001 dauerte. Institutsleiter Professor Dr. Haio Zimmermann und Grabungsleiter Dr. Erwin Strahl legten dabei einen einzigartigen Fund frei: die Reste einer kompletten dritten Hofstelle, die zu der ältesten bisher gefundenen Siedlung in der deutschen Marsch gehört.
Die Archäologen konnten auf 650 Quadratmetern etwa 2000 Stümpfe von Holzpfosten freilegen, die sich im feuchten Marschboden in einer Tiefe um einem Meter unter Normalnull (NN) unter ständigem Luftabschluss komplett erhalten hatten.
Die ebenfalls gefundenen Reste von Holz, Knochen, Pflanzen und Keramik wurden in verschiedenen Instituten in enger Zusammenarbeit von Archäologie und Naturwissenschaft analysiert und datiert. Diese Ergebnisse ermöglichten die Rekonstruktion eines kompletten Hauses und können nunmehr eine Vorstellung vermitteln von Leben und der Umwelt in der jüngeren Bronzezeit, also im zehnten und neunten Jahrhundert vor Chr..
Die Rekonstruktion der ausgegrabenen Hofstelle steht auf dem Grünland hinter der Hahnenknooper Mühle südlich des ursprünglichen Fundortes, jedoch noch im Bereich der damaligen Siedlung.
Der Förderverein Bronzezeithaus bietet von Ostern bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen Führungen durch das Bronzezeithaus an. Gruppenführungen sind auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Außerdem finden regelmäßig Veranstaltungen sowie Mitmachaktionen statt. Weitere Informationen erteilt die Bürger- und Touristikinformation Stadland unter Telefon 0 47 32/92 12 92.

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